WIR IN DORSTEN GEGEN RECHTS

Stolpersteine

Dieses Gedicht haben zwei Schüler der SOR Gruppe am Gymnasium Petrinum geschrieben und am 27. Januar 2022, dem Tag des Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, anlässlich der “Spurensuche gegen das Vergessen” in der Dorstener Innenstadt vorgetragen.

Die Leben ganzer Generationen wurden gestohlen,
soll sich dies nochmal wiederholen?
Ungerecht, unverzeihlich was geschehen ist,
unsere Gesellschaft wächst auf diesem Mist
und doch lernt man einfach nicht.


Wozu gibt es Fehler,
wenn man nicht aus ihnen lernt.
Wir sind im 21. Jahrhundert,
schon über 70 Jahre ist es her,
doch das Zeigen ihrer Religion fällt Juden immer noch schwer.


Juden ungerecht zum Tode verurteilt,
diese Wunden heilen,
aber Narben verbleiben.
Unsere Gesellschaft wurde zerteilt.


Einschränkungen gibt es immer noch,
doch sagt uns nur warum.
Wer möchte schon in solch einer Angst leben,
und nicht einmal seine Religion preisgeben.
Zu groß die Angst
und häufig keine Akzep
tanz.


Polizisten an wichtigen Orten,
das sieht man auch hier,
stehen an den Pforten,
Schuld haben auch wir.


Familie Joseph,
eine Familie, wie jede andere.
Seit 1911 in Dorsten sie wohnen,
doch wollte das Schicksal sie nicht verschonen.
Ernst Joseph besaß ein Modegeschäft,
am Markt 14, dort ging’s ihm nicht schlecht.
Doch nur wenige Jahre Später,
kam es zu Angriffen auf seinen Laden.
Aber man fand nie den Täter,
trotz der Belohnung, die sie aufgaben.


Ausgewandert 1934, um sich in Sicherheit zu wiegen,
sind aber nicht lange dort geblieben.
Verschleppt nach Auschwitz,
wo die Eltern 1942 ihr Todesurteil fanden,
ihre Tochter hat dies aber überstanden.
Nachdem sie diese Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit überlebte, folgte
sie ihrem Bruder nach Brasilien, weil sie einen neuen Wohnort anstrebte.

Lasst uns gemeinsam dafür sorgen,
dass sich dies nicht wiederholt.
Für ein besseres Morgen,
ohne Angst und Sorgen,
denn egal wer du bist,

du bist immer noch ein Mensch, den es betrifft!

Was tust du um dies zu verhindern?
Um die Schmerzen, der Betroffenen, zu lindern?